Virtuelle Whiskytour auf Islay Teil 3: Laphroaig

Laphroaig BrennereiIslay ist immer eine Reise wert. Die kleine Insel vor der Westküste Schottlands lockt mit unberührter Natur, kleinen Dörfern, Schafen, grünen und felsigen Landschaften und der endlosen Weite des Meeres. Neben der landschaftlichen Idylle hat Islay aber noch etwas ganz Besonderes zu bieten: charakterstarke Whiskys, die geprägt sind von Torf, Rauch und der salzigen Meeresluft. Auf der kleinen Insel sind gleich acht Brennereien beheimatet. Auf unserer virtuellen Reise besuchten wir zuletzt die Brennerei Lagavulin. Direkt an der Küste und nur wenige Meilen von Lagavulin entfernt befindet sich das nächste Ziel unserer Reise: die Laphroaig Destillerie. Diese Brennerei ist die westlichste von den drei Destillerien, die an der Südküste von Islay stehen.

Die Geschichte von Laphroaig

Eingebettet in einer kleinen naturbelassenen Bucht befindet sich die weltbekannte Laphroaig Brennerei, deren Geschichte vor über 200 Jahren ihren Anfang nahm. Der Name verweist auf die wunderschöne Lage der Destillerie, denn das Wort Laphroaig stammt aus dem Gälischen und bedeutet: „Die schöne Niederung an der breiten Bucht“. Offiziell wurde die Brennerei 1815 von den Brüdern Donald und Alex Johnston gegründet, deren Vater John der Gründer der Lagavulin Brennerei war. Der Familienname Johnston ziert auch heute noch das Etikett. Nachdem die Brüder zwanzig Jahre lang gemeinsam die Brennerei führten, kaufte Donald im Jahr 1836 die Anteile von Laphroaig von seinem Bruder Alexander auf und kümmerte sich fortan allein um die Geschäfte von Laphroaig. Im Jahr 1847 kam Donald bei einem tragischen Arbeitsunfall ums Leben. Er stürzte in einen Kessel voll heißem Spirit und ertrank darin. Da es keinen Ersatz für die Chefposition der Destillerie gab, übernahm zunächst Walter Graham, der Manager der benachbarten Brennerei Lagavulin, für zehn Jahre die Leitung. Schließlich wurde 1857 die Führung an Donalds Sohn, Dugald Johnston, übertragen, woraufhin die Brennerei fast 100 Jahre lang im Familienbesitz der Johnston blieb. In der Zeit von 1837 bis 1868 gab es auf dem heute von der Destillerie genutzten Gelände sogar noch eine weitere Destillerie. Nur wenige Meter entfernt bauten Andrew und James Gairdner die Ardenistiel Distillerie, die auch unter den Namen Kildalton Distillery (1849–1852) und Islay Distillery (1852–1866) bekannt ist.

Zu den wichtigsten Besitzern, die Laphroaig zum Erfolg verhalfen, gehörte Ian Hunter, der 1921 die Leitung der Laphroaig-Destillerie übernahm. Hunter setzte als einer der Ersten statt der üblichen spanischen Sherry-Fässer amerikanische Bourbon-Eichenfässer ein und baute die Kapazitäten der Destillerie von 2 auf 4 Stills aus. Als Ian Hunter, das letzte Mitglied aus der Johnston Familie, im Jahr 1847 kinderlos verstarb, hinterließ er seiner Sekretärin Elisabeth „Bessie“ Williamson die Brennerei. Diese verkaufte zunächst einige Anteile an Laphroaig an Long John Distillers. Nur wenig später kaufte Seager Evans & Company, eine Tochterfirma von Long John Distillery, Laphroaig gänzlich. Trotzdem führte Elisabeth „Bessie“ Williamson Laphroaig weiter, bis sie 1972 in Pension ging. Nachdem Ian Hunter die Kapazitäten der Destillerie bereits ausgebaut hatte, erfolgte 1968 erneut eine Erweiterung von 4 auf insgesamt 6 Stills. 1974 kam schließlich die letzte Brennblase hinzu, womit die Anzahl auf insgesamt sieben stieg.

Nach mehreren Besitzerwechseln zählt Laphroaig nun zum Portfolio des japanischen Getränkekonzern Suntory. Ein bedeutendes Jahr in der Geschichte von Laphroaig war 1994, als Prince Charles das königliche Wappen „Royal Warrant“ an Laphroaig übergab. Seitdem ist Laphroaig Hoflieferant des Prince of Wales für Single-Malt-Whisky. Zudem wurde in diesem Jahr der weltweite Laphroaig-Club „Friends of Laphroaig“ gegründet, zu dem mittlerweile mehr als 200.000 Mitglieder zählen. Heute sind die alten Gebäude der Destillerie aufgrund ihrer lokalen Bedeutung sowie ihres original belassenen Zustandes sogar dem schottischen Denkmalschutz untergeordnet.

Die Produktion und Lagerung von Laphroaig Whisky

Seit 200 Jahren nutzt Laphroaig seine Erfahrung und sein Wissen im Bereich der Whiskyherstellung, um einzigartige Whiskys herzustellen. Dabei setzt es auf eine traditionsbewusste Herstellung und die Verwendung natürlicher erstklassiger Zutaten. So stammt beispielsweise das torfige Wasser für den Whisky aus dem Kilbride Dam und auch für die Gerste gibt es strenge Richtlinien. Eine Besonderheit der Laphroaig Destillerie ist, dass sie über eigene Malzböden und Torffelder verfügt. Dies macht es möglich, dass Laphroaig im Gegensatz zu den meisten anderen Brennereien auf Islay seine Gerste teilweise noch selber mälzt. Allerdings stammt nicht das ganze Malz aus der eigenen Produktion. Einen Großteil des Malzes kauft Laphroaig von der Port Ellen Mälzerei. Kennzeichnend für das verwendete Malz ist dabei ein sehr hoher Phenolgehalt von mindestens 30 ppm, der für den Laphroaig-typischen, etwas medizinischen Geschmack verantwortlich ist.

Malzboden der Laphroaig Destillerie

Malzboden der Laphroaig Destillerie

Für die Herstellung des Whiskys besitzt Laphroaig insgesamt sieben Brennblasen, drei Wash Stills (von je 10.910 Liter) und vier Spirit Stills (3 × 3630 l, 1 x 7270 l), in denen jährlich rund 2,5 Millionen Liter Whisky produziert werden. Die Stills werden mit Dampf befeuert. Darüber hinaus gehören zu Laphroaig ein Maischbottich (8,5 Tonnen) und sechs stählernen Gärbottichen (je 42.000 Liter).

Auch die Lagerung beeinflusst den Geschmack des Whiskys stark. Für die Lagerung werden nahezu ausschließlich amerikanische Bourbon Fässer verwendet. Die Lagerhäuser der Destillerie liegen direkt am Meer an der Südküste Islays und werden besonders bei hohem Wellengang vom Wasser umspült. Das salzige feuchte Klima in den Lagerhäusern trägt zum typischen salzigen Geschmack und Geruch der Laphroaig Whiskys mit bei.

Der Geschmack von Laphroaig Whisky

Bei Laphroaig Whisky scheiden sich die Geister; die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Das liegt vor allem daran, dass Laphroaig ein Whisky mit einem sehr intensiven und eigenwilligen Geschmack ist. In kaum einem anderen Single Malt trifft man auf so viel Phenol, Torf und Meer. Laphroaig selbst nennt seine Whiskys die „aromareichsten Whiskys der Welt“. Ausschlaggebend für den unverwechselbaren Geschmack ist das Salzwasser, die salzige Seeluft, das torfige Wasser aus dem Kilbride Dam und der Torf von den destillerieeigenen Feldern, der einen hohen Moos-Anteil aufweist. Von der Destillerie gibt es eine Vielzahl von Abfüllungen. Der beliebteste Whisky von Laphroaig ist die 10-jährige Abfüllung, die mit ihrem ausgeprägt phenolischen Charakter Erst-Taster an Medizin erinnert. Zum Kernsortiment gehören außerdem der 18-jährige, der Quarter Cask, der 10-jährige in Fassstärke und der Triple Wood.

Laphroaig Whiskys mit ihrem kräftigen rauchigen und torfigen Geschmack und den Aromen von salzigem Seetang und süßer Heide sind ein Anschlag auf die Geschmacksnerven. Gerade das macht die Whiskys aber zu einem einmaligen Genuss, den besonders erfahrene Whiskyliebhaber zu schätzen wissen. In unserem Online Shop können Sie die charakterstarken Whiskys von Laphroaig online bestellen.

Quellenangabe / Bild:

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